close your eyes
 
[schwarze milch der fruehe]

Ich lese gerade Robert Antelme: Das Menschengeschlecht


Bei folgender Passage musste ich an Edgar Allan Poe und Paul Auster denken. Wobei deren fiktive sich permanent verschlimmernden ausweglosen Horrorgeschichten von der Art und Weise wie sich die SS gewisser KZ-Häftlinge bedient, die sich im KZ durchschlagen, indem sie zu anderen Häftlingen noch unerbittlicher als die SS selber sind, bei weitem übertroffen wird:

Allein schon die Größe unseres Kommandos brachte einen engen und ständigen Kontakt zwischen den Häftlingen und dem leitenden SS-Apparat mit sich. Die Rolle der Mittelsleute blieb von vorneherein auf ein Minimum beschränkt. In Gandersheim war es so, daß der Apparat der Mittelsleute ausschließlich aus Kriminellen bestand. Wir waren etwa fünfhundert Mann und wir konnten dem Kontakt mit den SS-Leuten nicht ausweichen. Beaufsichtigt wurden wir nicht von politischen Häftlingen, sondern von Mördern, Dieben, Betrügern, Sadisten oder Schwarzmarkthändlern, die unter dem Oberbefehl der SS unsere direkten und absoluten Herren waren.

Es ist wichtig darauf hinzuweisen, daß der Kampf um die Macht zwischen den politischen Häftlingen und den Kriminellen nie die Form eines Kampfes um die Macht zwischen zwei aufbegehrenden Gruppen angenommen hat. Es war der Kampf zwischen Menschen, deren Ziel es war, eine Legalität zu errichten, soweit eine Legalität in einer planmäßig als Hölle angelegten Gesellschaft überhaupt möglich ist, und Menschen, deren Ziel es war, die Errichtung einer solchen Legalität um jeden Preis zu verhindern, weil sie sich nur in einer gesetzlosen Gesellschaft Vorteile verschaffen konnten. Unter ihnen konnte nur das nackte Gesetz der SS herrschen. Um zu leben und sogar gut zu leben mußten sie ganz einfach das Gesetz der SS verschärfen. In diesem Sinne haben sie die Rolle von Spitzeln und Aufwieglern gespielt. Hartnäckig und mit bemerkenswerter Logik haben sie unter uns jenen Zustand der Anarchie hervorgerufen und erhalten, den sie brauchten. Sie spielten das Spiel bestens und erwiesen sich damit in den Augen der SS nicht nur als etwas von uns völlig Verschiedenes, sondern auch als unentbehrliche Hilfskräfte, die es wirklich verdient hatten, gut zu leben. Einen Menschen auszuhungern, um ihn dann, wenn er Gemüseabfälle gestohlen hat, strafen zu können und sich dadurch von seiten der SS eine Belohnung zu verdienen, zum Beispiel eine zusätzliche Portion Suppe, was wiederum auf Kosten diese ausgehungerten Menschen geht, das war das Prinzip ihrer Taktik.


 





 
last updated: 2/23/21, 8:55 AM
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